EN 455-2
EN 455-2 legt die Anforderungen an die physikalischen Eigenschaften von medizinischen Einmalhandschuhen fest und ist Teil der EN-455-Normenreihe.
Geprüft werden:
1. Abmessungen: Länge und Breite je Größe (XS bis XL), Mindestlänge je nach Handschuhtyp
2. Kraft beim Bruch (Force at Break): Mindestanforderungen vor und nach Alterung
- Sterile OP-Handschuhe: mindestens 9,0 N
- Untersuchungshandschuhe aus Latex oder Nitril: mindestens 6,0 N
- Untersuchungshandschuhe aus thermoplastischem Material (Vinyl/PVC, PE): mindestens 3,6 N
3. Reißdehnung: EN 455-2 legt hierfür keine normativen Mindestwerte fest. Die Dehnung wird als Materialkennwert nach ISO 37 bestimmt; verbindliche Grenzwerte enthalten stattdessen die ASTM-Normen (z. B. ASTM D3578 für Latex-Untersuchungshandschuhe)
Alterungsprüfung: Die mechanischen Eigenschaften werden sowohl vor als auch nach einer simulierten Alterung (Wärmebehandlung als Beschleunigung) geprüft. So wird sichergestellt, dass der Handschuh auch am Ende seiner Haltbarkeit noch ausreichende mechanische Festigkeit besitzt.
EN 455-2 ist eng mit EN 455-4 (Haltbarkeit) verknüpft: Die Alterungsbedingungen in EN 455-2 bilden die Grundlage für die Bestimmung des Verfallsdatums in EN 455-4.
Häufige Fragen
Welche Bruchkraft schreibt EN 455-2 für Nitrilhandschuhe vor?
Normiert EN 455-2 auch die Reißdehnung?
Nein. EN 455-2 legt Abmessungen und die Kraft beim Bruch fest, nicht die Reißdehnung. Die Dehnung wird als Materialkennwert nach ISO 37 ermittelt; normative Mindestwerte dafür finden sich in ASTM-Normen, nicht in EN 455-2.
Warum werden physikalische Eigenschaften vor und nach Alterung geprüft?
Die Alterungsprüfung simuliert die natürliche Materialdegradation während der Lagerdauer. Handschuhe müssen auch nach simulierter Alterung noch die Mindestanforderungen erfüllen, um die Produktsicherheit bis zum Verfallsdatum zu gewährleisten.