Vinyl
Vinylhandschuhe werden aus Polyvinylchlorid (PVC) gefertigt. PVC ist von Natur aus hart und spröde; Weichmacher (Plastifikatoren) - typischerweise Phthalate wie DEHP (Di-2-ethylhexylphthalat) - werden zugegeben, um die nötige Flexibilität zu erreichen.
Eigenschaften:
- Latexfrei
- Günstiger in der Herstellung als Nitril
- Geringere Reißkraft: EN 455-2 fordert mindestens 3,6 N (vs. 6 N für Nitril/Latex)
- Geringere Dehnfähigkeit als Nitril und Latex (Dehnung ist in EN 455-2 nicht normiert)
- Geringere Barrierefunktion gegen Keime im Vergleich zu Nitril
- Enthält typischerweise Weichmacher (Phthalate)
Weichmacherproblematik:
- DEHP und andere Phthalate sind als reproduktionstoxisch eingestuft (SVHC nach REACH)
- In der EU sind Phthalate in Medizinprodukten zunehmend eingeschränkt
- Phthalatfreie Vinyl-Formulierungen sind möglich, aber kostenintensiver
- Für den Einsatz bei Kindern und Schwangeren sollten phthalatfreie Alternativen bevorzugt werden
Vinylhandschuhe erfüllen EN 455, aber mit niedrigeren mechanischen Mindestanforderungen als Nitril.
Häufige Fragen
Warum haben Vinylhandschuhe niedrigere Reißkraftanforderungen als Nitrilhandschuhe?
Sind Weichmacher in Vinylhandschuhen ein Gesundheitsrisiko?
Wann sind Vinylhandschuhe eine sinnvolle Wahl?
Vinyl eignet sich für kurze, wenig belastende Tätigkeiten ohne chemische Risiken - z. B. einfache Servicearbeiten, Lebensmittelhandling (wenn phthalatfrei und lebensmittelgeeignet) oder kosmetische Anwendungen. Für medizinische Eingriffe mit erhöhtem Infektionsrisiko ist Nitril vorzuziehen.