Reißkraft
Reißkraft (Force at Break, tensile force at break) ist der Widerstand des Handschuhmaterials gegenüber einer Zugbelastung bis zum Versagen. Sie wird in Newton (N) angegeben und nach EN 455-2 in einem definierten Zugversuch (nach ISO 37) gemessen.
Mindestwerte nach EN 455-2:
- Latex: mindestens 6 N (vor und nach Alterung)
- Nitril (NBR): mindestens 6 N
- TPE: je nach Formulierung, mindestens vergleichbar mit EN-455-2-Vorgaben
- Vinyl (PVC): mindestens 3,6 N
Höhere Reißkraft bedeutet mechanisch belastbarere Handschuhe. Für chirurgische Eingriffe oder mechanisch anspruchsvolle Tätigkeiten sind Produkte mit deutlich überschrittenen Mindestwerten zu bevorzugen.
Reißkraft und Reißdehnung werden kombiniert bewertet: Ein Handschuh, der viel Kraft erfordert, aber wenig dehnt (hohe Reißkraft, niedrige Reißdehnung), bricht bei plötzlicher Belastung schnell. Die Kombination beider Kennwerte beschreibt das mechanische Verhalten vollständig.
Nach Alterungsprüfung (EN 455-4): Die Werte müssen auch nach simulierter Lagerung noch die Mindestwerte erfüllen.
Häufige Fragen
Welche Reißkraft ist nach EN 455-2 für Nitrilhandschuhe vorgeschrieben?
Für Nitrilhandschuhe schreibt EN 455-2 eine Mindest-Reißkraft von 6 N vor - sowohl vor als auch nach der Alterungsprüfung gemäß EN 455-4.
Was ist der Unterschied zwischen Reißkraft und Reißdehnung?
Reißkraft ist die Kraft in Newton bis zum Materialversagen. Reißdehnung ist die prozentuale Verlängerung des Materials beim Zerreißen. Beide Werte zusammen beschreiben die mechanische Belastbarkeit vollständig.