EN 511
EN 511:2006 normiert Schutzhandschuhe gegen Kälte bis zu -50 degC und definiert drei unabhängig geprüfter Leistungsparameter:
1. Konvektionskälte (a): Klassen 0-4
- Prüft den thermischen Widerstand des Handschuhs gegen konvektive Kälteübertragung
- Klasse 0: kein Schutz; Klasse 4: höchster Schutz
2. Kontaktkälte (b): Klassen 0-4
- Prüft den Widerstand bei direktem Kontakt mit kalten Oberflächen
- Besonders relevant bei metallischen Werkzeugen und Arbeitsflächen
3. Wasserdurchdringung (c): 0 oder 1
- 0: kein Schutz gegen Wasserdurchdringung
- 1: Wasser dringt nicht durch (Nässeschutz besteht)
Kennzeichnung: Piktogramm Schneeflecke mit drei Werten (z. B. 3 2 1).
Anwendungen: Kühlhausbetrieb, Tiefkühllogistik, Aussenarbeiten bei extremen Temperaturen, Kontakt mit Trockeneis oder flüssigem Stickstoff.
EN 511 und EN 407 sind komplementäre Normen (Kälte vs. Hitze), können aber nicht kombiniert werden - ein Handschuh ist entweder für Kälte oder Hitze optimiert.
EN 511 wird immer in Kombination mit EN ISO 21420 angewendet.
Häufige Fragen
Was sind die drei Parameter der EN-511-Kennzeichnung?
Konvektionskälte (a, Klassen 0-4), Kontaktkälte (b, Klassen 0-4) und Wasserdurchdringung (c, 0 oder 1). Höhere Klassen bedeuten besseren Schutz. 1 bei Wasserbeständigkeit bedeutet bestandenen Nässeschutz.
Was ist der Unterschied zwischen Konvektionskälte und Kontaktkälte?
Konvektionskälte: Wärmeverlust durch Luft (kalter Wind, kalte Umgebungsluft). Kontaktkälte: Wärmeverlust durch direkten Kontakt mit kalten Oberflächen (Metall, Eis). Beide werden separat geprüft, weil sie unterschiedliche Schutzmechanismen erfordern.
Können EN-511-Handschuhe gleichzeitig EN 388 erfüllen?
Ja. Für Kühlhausarbeiten oder Tiefkühllogistik werden oft Handschuhe benötigt, die sowohl gegen Kälte (EN 511) als auch gegen mechanische Risiken (EN 388) schützen. Solche Kombinationshandschuhe tragen beide Kennzeichnungen.