EN ISO 374-5
EN ISO 374-5:2016 spezifiziert Terminologie und Leistungsanforderungen für Schutzhandschuhe, die den Anwender vor Mikroorganismen schützen sollen. Die Norm ist Teil der EN-374-Reihe und ergänzt die Anforderungen aus EN ISO 374-1.
Zwei Schutzstufen werden unterschieden:
1. Schutz gegen Bakterien und Pilze: Der Handschuh muss den Penetrationstest gemäß EN ISO 374-2:2014 bestehen. Auf der Verpackung wird ein spezielles Biohazard-Piktogramm ohne Virensymbol angegeben.
2. Schutz gegen Viren (zusätzlich): Der Handschuh muss zusätzlich den Virusdurchdringungstest nach ISO 16604 (Verfahren B, Phi-X174-Phage als Surrogat) bestehen. Das Piktogramm enthält dann ein zusätzliches Virussymbol.
Handschuhe mit Virusschutz nach EN ISO 374-5 eignen sich für Bereiche mit Infektionsrisiko – z. B. Labor, Pflege, Chemotherapie-Handling. Sie sind PSA Kategorie III.
EN ISO 374-5 ersetzt seit 2016 den früheren Teil EN 374-5:2006. Der Unterschied: Die neue Fassung führt die Virusprüfung als optionale, aber klar gekennzeichnete Zusatzprüfung ein.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Schutz gegen Bakterien und Schutz gegen Viren bei EN ISO 374-5?
Bakterien-/Pilzschutz: Der Handschuh besteht den Penetrationstest nach EN ISO 374-2 – kein Virusdurchdringungstest erforderlich. Virusschutz: Zusätzlich muss der Handschuh ISO 16604 (Verfahren B) bestehen. Nur Handschuhe mit bestandenem Virustest dürfen das Virussymbol tragen.
Welches Piktogramm zeigt Virusschutz nach EN ISO 374-5?
Sind Handschuhe nach EN ISO 374-5 auch nach EN 455 geprüft?
Nicht automatisch. EN ISO 374-5 gilt für PSA-Schutzhandschuhe. Wenn der Handschuh zusätzlich als Medizinprodukt zugelassen ist, muss er auch EN 455 erfüllen und entsprechend gekennzeichnet sein.