EN ISO 22610
EN ISO 22610 bildet die realistischste Belastungssituation für OP-Textilien ab: Feuchtigkeit und mechanische Reibung treten gleichzeitig auf.
Prüfprinzip: Auf das Prüfmaterial wird ein mit einer Bakteriensuspension, üblicherweise Staphylococcus aureus, kontaminierter Donor aufgelegt. Ein rotierender Arm überträgt in definierten Zyklen Reibung, während das Material feucht gehalten wird. Auf der Rückseite wird über Nährböden ermittelt, wie viele koloniebildende Einheiten durchgetreten sind.
Ergebnis: Der Barriereindex reicht bis 6,0; ein höherer Wert bedeutet bessere Rückhaltung. Vollständige Undurchlässigkeit entspricht dem Höchstwert.
Anwendung: Die Norm ist Prüfgrundlage in EN 13795 für OP-Abdecktücher, OP-Mäntel und Reinluftkleidung sowie Bestandteil des Prüfrahmens von EN 14126 für Schutzkleidung gegen Infektionserreger.
Abgrenzung: EN ISO 22612 prüft dieselbe Fragestellung im trockenen Zustand ohne Reibbelastung.
Häufige Fragen
Was misst der Barriereindex nach EN ISO 22610?
Er beschreibt, wie gut ein Material Bakterien bei gleichzeitiger Nässe- und Reibbelastung zurückhält. Die Skala reicht bis 6,0; höhere Werte bedeuten eine bessere Barrierewirkung, der Höchstwert steht für vollständige Undurchlässigkeit.
Worin unterscheidet sich EN ISO 22610 von EN ISO 22612?
EN ISO 22610 prüft feucht und mit mechanischer Reibung, EN ISO 22612 trocken und ohne Reibung. Feuchte Prüfung bildet die Belastung im OP realistischer ab, trockene Prüfung ist für partikelgebundene Keimübertragung relevant.
In welchen Normen wird EN ISO 22610 referenziert?
Vor allem in EN 13795 für OP-Abdecktücher, OP-Mäntel und Reinluftkleidung sowie in EN 14126 als eines der Prüfverfahren für Schutzkleidung gegen Infektionserreger.