EN 1149
EN 1149 regelt elektrostatisch ableitfähige Schutzkleidung, die in explosionsgefährdeten Bereichen getragen wird.
Aufbau der Reihe:
- EN 1149-1: Messung des Oberflächenwiderstands
- EN 1149-2: Messung des Durchgangswiderstands durch das Material
- EN 1149-3: Messung des Ladungsabklingverhaltens, entweder durch Induktionsaufladung oder Koronaentladung
- EN 1149-5: Leistungsanforderungen an Material und Konstruktion des Kleidungsstücks
Schutzprinzip: Statische Aufladung soll kontrolliert abgeleitet werden, bevor sie sich zu einer zündfähigen Funkenentladung aufbaut. Voraussetzung ist, dass das Kleidungsstück den Körper vollständig bedeckt und der Träger geerdet ist, etwa über ableitfähiges Schuhwerk.
Abgrenzung: EN 1149 gilt für Schutzkleidung, EN 16350 für Schutzhandschuhe. Beide adressieren dasselbe Risiko, sind aber nicht austauschbar und werden getrennt geprüft.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen EN 1149 und EN 16350?
EN 1149 gilt für elektrostatisch ableitfähige Schutzkleidung, EN 16350 für Schutzhandschuhe. Die Prüfgrößen unterscheiden sich: EN 16350 fordert einen Durchgangswiderstand unter 1×10⁸ Ω, EN 1149 arbeitet mit Oberflächenwiderstand und Ladungsabklingzeit.
Reicht EN-1149-Kleidung allein für ATEX-Bereiche aus?
Nein. Die Schutzwirkung setzt eine geschlossene Bekleidung und die Erdung des Trägers voraus, üblicherweise über ableitfähiges Schuhwerk nach EN ISO 20345. Hinzu kommen die Erdungsmaßnahmen des Arbeitsplatzes.