EN 407
EN 407:2020 normiert Schutzhandschuhe gegen thermische Risiken und definiert sechs unabhängig geprüfter Leistungsparameter:
1. Entflammbarkeit (Code-Buchstabe a): Klassen 0-4 - Widerstand gegen Flammen
2. Kontaktwärme (b): Klassen 0-4 - Schutz bei kurzem Kontakt mit heissen Oberflächen
3. Konvektionswärme (c): Klassen 0-4 - Schutz gegen Heissluft und Flammen
4. Strahlungswärme (d): Klassen 0-4 - Schutz gegen Infrarot-/Strahlungswärme
5. Kleine Metallspritzer (e): Klassen 0-4 - Widerstand gegen Spritzer geschmolzenen Metalls
6. Große Metallspritzer (f): Klassen 0-3 - Widerstand gegen große Mengen geschmolzenen Metalls
Kennzeichnung: Das Piktogramm für Hitzeschutz mit den sechs Klassen in Reihenfolge (z. B. 4 3 4 3 X X) gibt die Leistungsstufe jedes Parameters an. X bedeutet nicht getestet oder Klasse 0.
Risikoklasse: Handschuhe nach EN 407 können PSA Kategorie II (z. B. Ofenhandschuhe) oder Kategorie III (z. B. Metallgiesserei) sein, je nach Anwendungsbereich.
EN 407 wird immer in Kombination mit EN ISO 21420 angewendet.
Häufige Fragen
Was bedeuten die sechs Klassen in der EN-407-Kennzeichnung?
Die sechs Klassen (a-f) beschreiben: Entflammbarkeit, Kontaktwärme, Konvektionswärme, Strahlungswärme, kleine Metallspritzer, große Metallspritzer - jeweils mit Klassen 0-4 (Ausnahme f: 0-3). Höhere Klasse = besserer Schutz.
Welche Materialien werden typischerweise für EN-407-Handschuhe verwendet?
Para-Aramid (Kevlar), Leder, Aluminisierte Stoffe, hitzebeständige Kunstfasern. Die Materialauswahl richtet sich nach dem spezifischen thermischen Risiko. Für extreme Hitzeanwendungen werden mehrschichtige Systeme eingesetzt.
Können EN-407-Handschuhe zusätzlich EN 388 erfüllen?
Ja. Handschuhe, die gegen thermische UND mechanische Risiken schützen, können beide Normen EN 407 und EN 388 gleichzeitig erfüllen und entsprechend gekennzeichnet werden.