EN 388
EN 388 ist die europäische Norm für Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken wie Schnitt, Abrieb, Durchstich und Weiterreißen. Die Norm wird in Verbindung mit der PSA-Verordnung (EU) 2016/425 angewendet.
Die Kennzeichnung zeigt ein Piktogramm mit bis zu sechs Leistungsstufen:
1. Abriebfestigkeit: Klassen 0–4
2. Schnittfestigkeit (Coupe-Test): Klassen 0–5
3. Weiterreißwiderstand: Klassen 0–4
4. Durchstichfestigkeit: Klassen 0–4
5. Schnittfestigkeit (TDM-Test nach ISO 13997): Klassen A–F (seit EN 388:2016)
6. Stoßschutz: P = bestanden (optional, seit EN 388:2016)
Hohe Buchstaben und Ziffern bedeuten höhere Schutzleistung. EN 388:2016+A1:2018 ist die aktuelle Fassung; die Vorgängerversion EN 388:2003 ist zurückgezogen.
EN 388 gilt nicht für Schnittschutzhandschuhe für die Lebensmittelindustrie (hierfür gilt EN ISO 13997 direkt) und nicht für hitze- oder chemikalienschützende Handschuhe.
Ein EN-388-Handschuh ist keine PSA Kategorie III; für Hochrisikoanwendungen (z. B. Kettensäge) gelten andere Normen.
Häufige Fragen
Was bedeuten die Zahlen und Buchstaben in der EN-388-Kennzeichnung?
Die Kennzeichnung zeigt bis zu sechs Leistungsklassen: Abrieb (0–4), Schnitt Coupe-Test (0–5), Weiterreißen (0–4), Durchstich (0–4), Schnitt TDM (A–F, seit 2016), Stoßschutz (P = bestanden, optional). Höhere Werte bedeuten besseren Schutz.
Was ist der Unterschied zwischen dem Coupe-Test und dem TDM-Test bei EN 388?
Der Coupe-Test (Zirkelschnitttest) misst Schnittfestigkeit mit einem rotierenden Messer. Bei hochschnittfesten Materialien wird er durch den TDM-Test (ISO 13997) ersetzt, der einen geraden Schnitt simuliert. Der TDM-Test gilt als präziser für hochwertige Schnittschutzhandschuhe.
Sind Handschuhe nach EN 388 auch Medizinprodukte?
Nicht automatisch. EN-388-Handschuhe sind PSA (Kategorie II). Wenn sie zusätzlich für medizinische Zwecke vorgesehen sind, müssen sie auch EN 455 erfüllen und als Medizinprodukt gekennzeichnet sein.