Phthalate/Weichmacher
Phthalate sind Ester der Phthalsäure und werden als Weichmacher (Plastifikatoren) in PVC eingesetzt. PVC ist ohne Weichmacher hart und brüchig; Phthalate machen es flexibel und verarbeitbar.
Relevante Phthalate in Vinylhandschuhen:
- DEHP (Di-2-ethylhexylphthalat): früher häufigster PVC-Weichmacher, heute stark eingeschränkt
- DBP (Dibutylphthalat)
- BBP (Benzylbutylphthalat)
- DIBP (Diisobutylphthalat)
Gesundheitliche Einstufung:
DEHP, DBP, BBP und DIBP sind als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B eingestuft und fallen unter SVHC nach REACH. Sie stehen auf der ECHA-Kandidatenliste und unterliegen Verwendungsbeschränkungen.
Regulatorische Situation:
- REACH Anhang XVII: Beschränkung dieser Phthalate in Artikeln auf < 0,1 % pro Stoff
- EU-Spielzeugrichtlinie und RoHS: weitergehende Beschränkungen in anderen Produktkategorien
- Für Medizinprodukte: MDR verlangt Risikoabwägung bei SVHC-haltigen Produkten
Alternativen: Phthalatfreie Weichmacher (z. B. DINCH, Citrate) oder alternative Materialien (Nitril, TPE) werden zunehmend eingesetzt.
Häufige Fragen
Sind Phthalate in allen Vinylhandschuhen enthalten?
Nicht zwingend. Traditionelle Vinyl-Handschuhe enthalten DEHP oder verwandte Phthalate als Weichmacher. Neuere phthalatfreie Formulierungen ersetzen diese durch alternative Weichmacher wie DINCH oder Citrate. Phthalatfreiheit muss explizit vom Hersteller deklariert werden.
Warum sind Phthalate für Medizinprodukte besonders relevant?
Welche phthalatfreien Alternativen gibt es für Vinylhandschuhe?
Alternative Weichmacher wie DINCH (Di-Isononyl-Cyclohexan-1,2-Dicarboxylat) oder Trimellitate werden eingesetzt. Materialwechsel zu Nitril oder TPE ist die sicherste Option, aber kostenintensiver.