Permeation
Permeation ist der molekulare Durchtritt einer Chemikalie durch das Handschuhmaterial ohne sichtbare Beschädigung. Der Prozess verläuft in drei Phasen: Absorption des Stoffs an der Außenseite, Diffusion durch das Polymer, Desorption an der Innenseite.
Kerngrößen der Permeationsmessung nach EN 16523-1:
- Durchbruchzeit (Breakthrough Time): Zeit bis zum ersten Nachweis der Chemikalie auf der Innenseite
- Durchbruchrate (Permeation Rate): Menge der Chemikalie, die pro Zeiteinheit und Fläche durch das Material dringt
- Permeationsklassen (1–6): Klasse 1 ≥10 min, Klasse 2 ≥30 min, …, Klasse 6 ≥480 min
Für EN ISO 374-1 (Typ A: Klasse ≥2; Typ B: Klasse ≥2; Typ C: Klasse ≥1) sind diese Klassen die Klassifizierungsgrundlage.
Ein entscheidender praktischer Punkt: Ist die Permeation einmal begonnen, lässt sie sich nicht durch kurzes Ablegen des Handschuhs stoppen. Die Diffusion setzt sich auch nach Ende des Chemikalienkontakts fort. Handschuhe müssen deshalb nach definierter Tragezeit entsorgt werden.
Häufige Fragen
Was bedeutet Durchbruchzeit beim Permeationstest?
Die Durchbruchzeit (Breakthrough Time) ist die Zeit in Minuten von der ersten Chemikalienkontaktaufnahme an der Außenseite bis zum ersten Nachweis der Chemikalie auf der Innenseite. Längere Durchbruchzeiten bedeuten besseren Schutz.
Welche Permeationsklassen definiert EN 16523-1 für EN ISO 374-1?
Klasse 1: ≥10 min, Klasse 2: ≥30 min, Klasse 3: ≥60 min, Klasse 4: ≥120 min, Klasse 5: ≥240 min, Klasse 6: ≥480 min. Typ A (EN ISO 374-1) erfordert mindestens Klasse 2 für ≥6 Prüfchemikalien.
Kann Permeation durch Sichtkontrolle erkannt werden?
Nein. Permeation verläuft auf molekularer Ebene durch intaktes Material – ohne sichtbare Risse oder Löcher. Sie ist nur durch chemische Messmethoden nachweisbar.