Penetration
Penetration ist der Durchtritt einer Substanz durch sichtbare oder makroskopische Defekte im Handschuhmaterial – Löcher, Risse, fehlerhafte Nähte oder Poren. Sie findet auf nicht-molekularer Ebene statt.
Der Penetrationstest nach EN ISO 374-2 ist ein Standardprüfverfahren, bei dem der Handschuh auf Dichtheit gegenüber Wasser (und optional Luft) geprüft wird. Das Verfahren entspricht im Prinzip der Wasserhalteprüfung nach EN 455-1, ist jedoch für Schutzhandschuhe und Mikroorganismenschutz (EN ISO 374-5) ausgelegt.
Penetration, Permeation und Degradation sind drei verschiedene Versagensmechanismen:
- Penetration: Durchtritt durch sichtbare Defekte (makroskopisch)
- Permeation: Diffusion auf molekularer Ebene durch das intakte Material (unsichtbar)
- Degradation: Materialveränderung, die beide begünstigt
Für die Praxis bedeutet das: Ein Handschuh ohne sichtbare Defekte kann trotzdem durch Permeation versagen. Umgekehrt reicht ein bestandener Penetrationstest allein nicht für den Schutz gegen chemische Permeation aus.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Penetration und Permeation?
Penetration ist der Durchtritt durch sichtbare Defekte (Löcher, Risse) auf makroskopischer Ebene. Permeation ist die Diffusion auf molekularer Ebene durch intaktes Material – ohne sichtbare Beschädigung. Permeation ist unsichtbar und durch einfache Sichtprüfung nicht erkennbar.
Was prüft der Penetrationstest nach EN ISO 374-2?
EN ISO 374-2 prüft die Dichtheit des Handschuhs gegenüber Wasser und optional Luft. Ein bestandener Test bestätigt, dass keine sichtbaren Defekte vorhanden sind, die einen Chemikaliendurchtritt ermöglichen würden.
Reicht ein bestandener Penetrationstest für den Schutz gegen Chemikalien?
Nein. Der Penetrationstest prüft nur auf sichtbare Defekte. Für Chemikalienschutz ist zusätzlich die Permeationsprüfung nach EN 16523-1 erforderlich, die den molekularen Durchtritt durch intaktes Material misst.