Latex
Latex ist der wässrige Milchsaft des tropischen Kautschukbaums Hevea brasiliensis. Der Hauptbestandteil ist Polyisopren, das nach Vulkanisation das elastische, reißfeste Material für Handschuhe ergibt.
Eigenschaften von Latexhandschuhen:
- Hohe Elastizität und sehr gute Passform
- Ausgezeichnetes taktiles Empfinden (relevant für medizinische Untersuchungen)
- Hohe Beständigkeit gegen Keime, Bakterien und Viren
- Gute Beständigkeit gegen viele Säuren und Laugen
- Anfälligkeit gegenüber Mineralölen und Lösungsmitteln
Gesundheitliche Aspekte:
- Typ-I-Allergie (IgE-vermittelt, Sofortallergie): ausgelöst durch Latexproteine; kann anaphylaktische Reaktionen verursachen – selten, aber klinisch bedeutsam
- Typ-IV-Allergie (T-Zell-vermittelt, Kontaktdermatitis): ausgelöst durch Vulkanisationsbeschleuniger (Thiurame, Dithiocarbamate), nicht durch das Latexprotein selbst
Nitril und TPE sind latexfreie Alternativen. Latexfreie Produkte müssen als solche gekennzeichnet sein. Latexhandschuhe unterliegen EN 455-3 hinsichtlich biologischer Sicherheit und Proteingehalt. Der Detektionsgrenzwert für wasserlösliche Proteine beträgt 50 µg/g, bestimmt nach der modifizierten Lowry-Methode. Unterhalb dieser Grenze gilt der Proteingehalt als nicht nachweisbar; eine Quantifizierung darunter ist nach der Norm nicht zulässig.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Typ-I- und einer Typ-IV-Latexallergie?
Typ-I (Sofortallergie, IgE-vermittelt): durch Latexproteine ausgelöst, kann Urtikaria bis Anaphylaxie verursachen, tritt innerhalb von Minuten auf. Typ-IV (Kontaktdermatitis, T-Zell-vermittelt): durch Vulkanisationsbeschleuniger ausgelöst, tritt 12–48 Stunden nach Kontakt auf und ist häufiger.
Warum sind Nitrilhandschuhe keine vollständige Lösung bei Latexallergien?
Nitrilhandschuhe sind latexfrei, enthalten aber Vulkanisationsbeschleuniger (z. B. Thiurame, Carbamate), die Typ-IV-Allergien auslösen können. Für Personen mit Typ-IV-Allergie auf Beschleuniger sind beschleunigerfreie Nitrilhandschuhe erforderlich.
Welchen Grenzwert schreibt EN 455-3 für Latexproteine vor?
EN 455-3 legt einen Detektionsgrenzwert von 50 µg/g wasserlösliche Proteine fest, bestimmt nach der modifizierten Lowry-Methode. Unterhalb dieser Grenze gilt der Proteingehalt als nicht nachweisbar; eine Quantifizierung darunter ist nach der Norm nicht zulässig.