Allergen IV
Die Typ-IV-Allergie nach der Coombs-und-Gell-Klassifikation ist eine zellvermittelte Spättypreaktion. Sensibilisierte T-Lymphozyten erkennen das Allergen und lösen eine entzündliche Hautreaktion aus.
Auslöser bei Handschuhen: Nicht das Grundpolymer, sondern Chemikalienrückstände aus der Vulkanisation. Die drei relevanten Gruppen sind Thiurame (etwa TMTD), Dithiocarbamate (etwa ZDBC) und Benzothiazole (etwa MBT). Betroffen sind sowohl Latex- als auch Nitrilhandschuhe.
Klinisches Bild: Ekzematöse Kontaktdermatitis mit Rötung, Juckreiz, Schuppung und Bläschen, begrenzt auf die Kontaktfläche. Latenz 12 bis 48 Stunden nach Exposition.
Abgrenzung zur Typ-I-Allergie: Diese ist IgE-vermittelt, wird durch Latexproteine ausgelöst, tritt innerhalb von Minuten auf und kann bis zur Anaphylaxie reichen. Die Typ-IV-Allergie ist häufiger, die Typ-I-Allergie klinisch gefährlicher.
Diagnostik und Prävention: Epikutantest; Umstellung auf beschleunigerfreie Handschuhe.
Häufige Fragen
Was unterscheidet die Typ-IV- von der Typ-I-Allergie?
Typ IV ist T-Zell-vermittelt, wird durch Vulkanisationsbeschleuniger ausgelöst und zeigt sich 12 bis 48 Stunden nach Kontakt als Ekzem. Typ I ist IgE-vermittelt, wird durch Latexproteine ausgelöst, tritt binnen Minuten auf und kann anaphylaktisch verlaufen.
Welche Stoffe gelten bei Handschuhen als Allergen IV?
Vor allem Vulkanisationsbeschleuniger: Thiurame wie TMTD, Dithiocarbamate wie ZDBC und Benzothiazole wie MBT. Sie kommen in Latex- und in Nitrilhandschuhen vor; das Grundpolymer selbst ist nicht der Auslöser.
Wie wird eine Typ-IV-Allergie festgestellt?
Über den Epikutantest (Patch-Test) beim Dermatologen. Getestet werden Standardreihen mit Gummi-Inhaltsstoffen. Bei bestätigter Sensibilisierung ist der Wechsel auf beschleunigerfreie Handschuhe die wirksamste Maßnahme.