Wasserhalteprüfung
Die Wasserhalteprüfung (Water Leak Test) ist das Standardverfahren zur Dichtheitsüberprüfung von medizinischen Einmalhandschuhen gemäß EN 455-1. Das Prüfprinzip: Handschuhe werden mit 1.000 ml Wasser befüllt, verschlossen und hängend für eine definierte Zeitspanne auf Undichtigkeiten überprüft.
Die Prüfung erfolgt an einer statistischen Stichprobe der Charge. Die Akzeptanzgrenzen sind:
- AQL 1,5: für medizinische Untersuchungshandschuhe
- AQL 0,65: für sterile chirurgische Handschuhe (OP-Handschuhe)
Handschuhe, die Wasser verlieren, gelten als undicht und werden als Fehler gezählt. Die Anzahl der maximal zulässigen Defekte in der Stichprobe richtet sich nach der Chargengröße und dem AQL-Wert gemäß ISO 2859-1.
Die Wasserhalteprüfung prüft ausschließlich auf makroskopische Defekte (Löcher, Risse). Sie entspricht der Penetrationsprüfung nach EN ISO 374-2, ist jedoch spezifisch für medizinische Einmalhandschuhe normiert.
Important: Die Wasserhalteprüfung prüft nicht auf Permeation – die molekulare Diffusion von Chemikalien durch intaktes Material bleibt unbewertet.
Häufige Fragen
Wie wird die Wasserhalteprüfung nach EN 455-1 durchgeführt?
Handschuhe werden mit 1.000 ml Wasser befüllt, verschlossen und hängend gelagert. Nach der definierten Prüfzeit werden undichte Handschuhe gezählt. Die Stichprobengröße und die maximal zulässige Fehlerzahl richten sich nach AQL und Chargengröße gemäß ISO 2859-1.
Was ist der Unterschied zwischen AQL 1,5 und AQL 0,65 bei der Wasserhalteprüfung?
AQL 1,5 gilt für Untersuchungshandschuhe und lässt statistisch bis zu 1,5 % Fehler zu. AQL 0,65 gilt für OP-Handschuhe und ist strenger: maximal 0,65 % Fehler statistisch akzeptabel. OP-Handschuhe unterliegen strengeren Anforderungen, weil sie im sterilen Operationsbereich eingesetzt werden.
Prüft die Wasserhalteprüfung auch auf Chemikaliendurchdringung?
Nein. Die Wasserhalteprüfung prüft nur auf makroskopische Defekte (Löcher, Risse). Chemikalienschutz durch Permeationsresistenz wird separat nach EN 16523-1 geprüft.