ISO 16603
ISO 16603 beschreibt die Bestimmung des Widerstands von Schutzkleidungsmaterialien gegen Blut und Körperflüssigkeiten unter Verwendung von synthetischem Blut als Prüfflüssigkeit.
Prüfprinzip: Eine Materialprobe wird in eine Prüfzelle eingespannt und einseitig mit synthetischem Blut beaufschlagt. Der hydrostatische Druck wird stufenweise erhöht; beobachtet wird, ab welchem Druck Flüssigkeit auf der Gegenseite sichtbar wird.
Klassifizierung: Sechs Leistungsstufen von Klasse 1 bis Klasse 6, entsprechend steigenden Prüfdrücken von 0 kPa bis 20 kPa. Höhere Klassen bedeuten größere Barrierewirkung.
Zusammenspiel mit ISO 16604: ISO 16603 arbeitet rein visuell mit synthetischem Blut und weist keine Virusbarriere nach. Das Ergebnis bestimmt jedoch, bei welchem Druck die Prüfung mit Bakteriophagen nach ISO 16604 durchzuführen ist.
Einordnung: Beide Verfahren sind Bestandteil des Prüfrahmens von EN 14126 für Schutzkleidung gegen Infektionserreger.
Häufige Fragen
Was wird bei ISO 16603 genau geprüft?
Der Widerstand eines Schutzkleidungsmaterials gegen das Durchdringen von synthetischem Blut unter hydrostatischem Druck. Bewertet wird visuell, bei welchem Druck Flüssigkeit auf der Materialrückseite austritt.
Wie unterscheidet sich ISO 16603 von ISO 16604?
ISO 16603 prüft mit synthetischem Blut rein visuell und weist keine Virusbarriere nach. ISO 16604 verwendet den Bakteriophagen Phi-X174 als Surrogat und belegt damit die Barriere gegen blutübertragene Krankheitserreger.
Welche Klassen definiert ISO 16603?
Sechs Klassen, die steigenden Prüfdrücken von 0 kPa bis 20 kPa zugeordnet sind. Klasse 6 entspricht der höchsten geprüften Druckbelastung und damit der stärksten Barrierewirkung.